Rennberichte

Die Vorbereitung für die Trans Alp läuft und um jetzt verstärkt in längere Distanzen mit vielen Höhenmetern zu gehen beschloss ich am Inselsberg auf der Langdistanz zu starten. 71 Km mit 2200 Hm war ideal um die Form zu prüfen. Zudem waren bekannte Fahrer aus der Region starke Gegner und die Strecke war zugleich Landesmeisterschafft von Thüringen.

Am Start wurde fleißig vom MDR ein Beitrag dazu gefilmt, und ich mit Marko gleich in erster Reihe! Zuerst ging es auf eine kleine Vorrunde, um das Feld auseinander zu ziehen. Auch die Kurzdistanzfahrer starteten gleichzeitig, als ich von vorne durchzählte war ich an 10. Position. So ging es in den ersten Anstieg, Gruppenfahrt und etwas hektisch da alle noch Power in den Beinen hatten. Ich fuhr ein konstantes Tempo, zuerst noch ruhig, um den Körper an die Belastung zu gewöhnen. Nur Kurzstreckenfahrer hier… abwarten und hochdrehen. Das Profil der Strecke kam mir sehr entgegen, breite Wege auf nassem Schotter und konstante Anstiege. In der ersten Gruppe fand ich einen sehr guten Rhythmus und konnte weiter nach vorne fahren. Am Inselsberg weiterhin enorm viel Leistung aus den Beinen, Bergab verlor ich etwas an Zeit. Für die nassen Verhältnisse aber noch ganz passabel und sicher ins Tal und auf die nächste Runde. Trinkflasche in Sekundenschnelle im Ziel getauscht und weiter gings. Jetzt kam es zum Showdown von Platz 4 bis 7: Ich kam an Marco Häntschel auf 5 heran, vor uns in Sicht Marco Rödel auf 4. Von hinten holte uns Matej Meyer ein. Gemeinsam legten wir die Fahrt durch den Thüringer Wald fort. Lange geschah auch nichts, bis wir in einen Singeltrail abbogen und als wir unten waren Abstand auf Matej hatten. Jetzt wieder viele Anstiege und ich merkte wie die Beine nicht müde wurden. Also setzte ich nach um an Platz 4 zu gelangen. Am unteren Inselsberg fuhr ich zu Marco eine Lücke und im Wiegetritt wurde diese schnell größer. Kurz bevor ich auf dem Gipfel war überholte ich Platz 4 unter Anfeuerung der Zuschauer (was die letzten Körner mobilisierte) und ging mit ca. 10 Sekunden Vorsprung in den Downhill. Nach 66 Km hatte ich immer noch vollen Dampf in den Beinen und feuerte was es ging den Berg hinunter. Alsdann suchte ich meinen Kontrahenten hinter mir, wenn es die Strecke zuließ und zuerst war er nicht auszumachen. „Das kann ich schaffen, los gib alles!“ dachte ich. Wenige hundert Meter weiter wurde ich überholt… konnte auch nicht dranbleiben, weil mich mein Leichtgewicht nun mal schwer die Hänge runterzieht. Ich fuhr es etwas weniger aggressiv zu Ende und wurde im Ziel schon von meinen Teamkollegen erwartet.

Platz 1 in der Altersklasse war sicher, aber ich freute mich natürlich über den Erfolg als 5ter! Die Leistung stimmt, wahrscheinlich, weil ich dieses Jahr mal nicht am Saisonanfang durch einen Sturz ausgebremst wurde. Bis dahin, man sieht sich im nächsten Wettkampf.

Mit sportlichen Grüßen Tobi