An diesem Rennen stellten wir (Daniel und Ando) uns den Schweizer Alpen und den Songs von AC/DC. Nachdem wir am 10.07.2004 unter extremen Bedingungen die Langdistanz der Salzkammergut-Trophy absolviert hatten, fand am 25.07.2004 der Marathon in Küblis statt.. ... ..

 

 

Im Vorfeld war uns diese Veranstaltung bereits wegen seiner tollen Atmosphäre im Internet aufgefallen - www.sbm-events.ch/eurobike. (Swiss-Bike-Masters in Küblis im Prättigau in der Schweiz – 120km/5000hm)

Wir reisten bereits am Freitag, 2 Tage vor dem Start in Davos, ca. 25km von Küblis entfernt, an, um noch einen Tag für die Akklimatisierung an die Höhe (1.500m ü.N.) zu erreichen.

Kaum angereist saßen wir auch schon auf den Rädern und zogen eine knackige Runde um einen wunderschönen Bergsee und schraubten uns anschließend über einen Singletrail in die luftige Höhe und erhielten bereits einen Vorgeschmack auf das Rennen am Sonntag.

Der Samstag begann und endete mit viel Regen, wie wir es ja bereits von den vorherigen Rennen gewohnt sind. Dem Meteorologen im Radio schenkten wir nach Einbruch der Dunkelheit und bei anhaltendem Regen keine Glauben mehr, denn bereits Nachmittag sollte die Sonne scheinen.
Trübselig erwarteten wir den Renntag und gaben uns trotz der zu erwartenden Streckenbedingungen nach den ergiebigen Regenfällen entspannt und locker, denn schlimmer als im Salzkammergut konnte es doch nicht kommen?!


Am Sonntag erfolgte nach 3 Laola-Wellen der Start um 06:35 Uhr für uns Teilnehmer der Langdistanz und das Höhenprofil sah vor dem Start leichter aus, als wir uns danach fühlten.


Ohne Verzögerungen ging es in den ersten Anstieg hinauf zur Carschina-Hütte . Bereits nach dem ersten 5km Anstieg begannen wir zu ahnen, was auf uns zukam. Die Berge verdienten hier im Prättigau ihren Namen und über der Baumgrenze macht Mountainbiken auf ausgewaschenen Singletrails per Velo und per pedes besonders viel Spaß. Die Atemfrequenz steigt mit dünnerwerdender Luft und die Lungenflügel brennen wie die Hölle.


Das Wetter hielt dann doch, was der Wetterbericht vom Vortag versprochen hatte – Sonne und tolle Bedingungen mit optimalen Temperaturen.
Wir entschieden uns, das Rennen gemeinsam zu fahren und den Spaß in den Vordergrund zu stellen, doch die brutalen Anstiege und die meisterschaftsverdächtigen Abfahrten ließen uns keine Zeit zum Verschnaufen. Nach der dreihundertsiebenundzwanzigsten Spitzkehre ☺ schallten uns wohlbekannte Songs in den Ohren und dann sahen wir eine alte Holzhütte, von der aus wir mit dem Song „Highway to Hell“ von AC/DC mit 120db beschallt worden, noch war es nicht 08:00 Uhr und die Murmeltiere werden heute noch „headbangen“!! Gegen Ende des Anstiegs ging es dann in die erste Laufpassage, ein wunderschöner Singletrail zum Laufen. Weitere Kletterpartien kamen zur Carschinahütte , im zweiten Anstieg nach Eggatobel und rauf nach Caua hinzu.


Am 3. Anstieg zum namensgleichen Gipfel „Alp d`huez“ erwarteten uns hunderte begeisterter Zuschauer und tolle Anfeuerungen über den gesamten 9km langen Anstieg. Je höher wir kletterten, desto bombastischer wurde die Stimmung! Gänsehautfeeling pur! So merkten wir die Anstrengungen in unseren Beinen gar nicht – ein unvergessliches Erlebnis!


Nach dem rasanten Downhill nach Klosters verpflegten wir uns ordentlich im Tal, denn uns erwartete ein 29km langer Anstieg bis auf 2.200 m hinauf nach Caua. An diesem nicht enden wollenden Anstieg trennten sich unsere Wege und wir strebten einzeln dem Gipfel entgegen. Unterstützt wurden wir wieder von den Zuschauern entlang der Strecke, aber auch Öl für die Kette wurde gereicht, denn die war nach den Strapazen durch Bäche, Schlamm und Kies doch schon so trocken, dass wir glaubten, sie würde echt bald den Geist aufgeben.


Die Sonne meinte es an diesem Tag richtig gut mit uns und das Panorama entschädigte uns für alle Anstrengungen bergauf und bergab. Der nächste lange Downhill ließ uns wieder keine Zeit zum Luftholen und wir waren froh, Scheibenbremsen an den Rädern zu haben. Andere Teilnehmer hatten nicht das Vergnügen und fuhren teilweise durch die enorme Hitzentwicklung der Felgenbremsen ihre Reifen platt. Nun erwarteten uns nur noch ein mittlerer und ein kleiner Anstieg und nach 9:54 Stunden bzw. 10:22 Stunden erreichten wir das Ziel in Küblis und wurden begeisternd empfangen.Unser

Fazit: Eines der schönsten und zugleich konditionell anspruchsvollsten Marathons in Europa.