Salzkammergut Trophy 2008  

Die Trophy, ein Rennen welches eine historische Geschichte innerhalb des ostwest-express.de Team hat stand am 12.07.2008 auf dem Plan von Daniel...... 

Anreise erfolgte Freitag’s, leider nicht wie sonst immer zum Moserwirt sondern nach Gosau zum Sporthotel! Die Holländer ließen uns auf der Autobahn amleben und so konnten wir die Anreise als sehr positiv und angenehm bezeichnen ;-) 

Am Freitagabend wurde dann noch die Startnummer abgeholt und alles war perfekt für das Rennen am kommenden Tag. 

Leider nahm das Unheil einen Umweg und kam in der Nacht in Gosau/Bad Goisern an.Morgens um 07:00 Uhr war es so dermaßen am Schütten, daß die Lust auf das bevorstehende Rennen stark sank. Aber was einen nicht tötet macht einen nur hart, dachte ich mir und zog mich dementsprechend warm an. Diesen Schritt sollte ich noch teuer bezahlen, aber zu diesem Zeitpunkt war die Entscheidung absolut richtig ;-) 

Es sollte ein schöner Tag werden und es wurde ein Tag der Erleuchtung!Österreich das Land der Berge, das Land der Demut, das Land der Schmerzen und der Freude. Meine zweite Heimat! Anbei ein Auszug der Nationalhymne Österreichs: 

 

Land der Berge, Land am Strome,
Land der Äcker, Land der Dome,
Land der Hämmer zukunftsreich!
Heimat bist du großer Söhne,
Volk begnadet für das Schöne,
Viel gerühmtes Österreich,
Viel gerühmtes Österreich!
 

 

Weit über 1500 Teilnehmer standen mit mir um 08:45 Uhr in den Startblöcken der B-Strecke (109 KM und 3600 HM) um sehnsüchtig den ersten wärmenden Anstieg zum Herndl bzw. über den Raschberg und dann weiter zur Hütteneckalm unter die Stollen zu nehmen. Mittlerweile wurde der Start freigegeben und als der 3. Startblock sich auf den Weg machte war auch ich endlich auf der Strecke.

Es goss wie aus Eimern! Aber egal jetzt war ich sowieso nass bis auf die Knochen ;-) Wie schon gedacht staute sich die Meute häufig und zwang die nachfolgenden Fahrer abzusteigen und das Rad zu schieben. Als wir den ersten Berg hinter uns hatten (den Raschberg) wurde das Feld kleiner und ich konnte mein Tempo finden.Ziel war es für mich, das Rennen mit einem Lächeln auf den Lippen zu beenden, nicht einzubrechen und eine Menge Spaß zu haben.

Meinen geliebten Anstieg zur Hütteneckalm rollte ich mit gleichmäßigem Puls und Tempo hoch! Die anschließende Abfahrt war jedoch ein wenig heikler. Aufgrund des starken Regenfalls wurde die Abfahrt zur Rutschpartie über Stock und Stein! Wie bei allen Marathons rasen manche wie die Geisteskranken die Abfahrten runter ohne Rücksicht auf Verluste, um im nächsten Anstieg schiebend im Weg zu stehen. Auch hier waren solche Kandidaten dabei, denen ich am liebsten …… aber es war ein Tag der Freude und Glückseligkeit ;-) 

Nach überstandener Abfahrt machte ich mich auf den Weg nach Hallstadt zum berühmt, berüchtigten Salzberg!  Die Flachpassage von Bad Goisern (KM 30) bis nach Hallstadt (KM 58) wurde im Rennradstil gebolzt ^^ Hier hieß es, Hinterrad finden und mitschwimmen ;-) 

Die Verpflegungstationen, insbesondere die in Hallstadt, waren ein Gedicht. Die Labbe Mitarbeiter erfüllten jeden Wunsch, halfen beim Waschen der Bike’s, sprachen den Bikern Mut zu für den bevorstehenden Anstieg und hatten stets ein Lächeln auf den Lippen. Von Red Bull, Power Drinks, Cola, Tee, Wasser bis Lebkuchen, Semmel, Laugengebäck, Bananen und Äpfel war alles dabei. 

Nach 3 Stunden Dauerregen ging die Himmelsdecke auf und es erschien die Sonne. Mit der Sonne im Herzen und auf dem Rücken machte ich mich auf den Weg den Salzberg zu beraddeln. Leider wurde ich hier bestraft, weil ich viel zu warm angezogen war und schwitzte, so wie es eben geregnet hatte. Auf der Rosalm angekommen, war ich fest entschlossen meine langen Klamotten auszuziehen, jedoch wurde der Himmel wieder dunkler und ich entschied mich dies nicht zu tun.

Wieder eine sehr weise und kluge Entscheidung! Das leicht wellige Profil auf der Rossalm in Richtung vorderer Gosausee ins Hintertal von Gosau kostet nochmals richtig Körner und endete mit einer weiteren Kletterpartie auf die Schäferalm.

Die Sonne die eben noch schien, verwandelte sich in eine Riesengrosse schwarze Wolke die ihre Tore öffnete als wir im Hintertal ankamen. Es regnete, blitzte, donnerte und hagelte auf uns herab. Die Stimmung der Leute war jedoch prächtig. Wir wurden Zeuge eines Kampfes „Mensch gegen die Naturgewalten“. Es wäre vermessen zu behaupten, dass man da eine Chance hat, aber was soll man sonst sagen? Man hat noch 29 KM und knapp 1000 HM zu fahren und es hagelt und stürmt vom Himmel, daß noch nicht mal ein Rotwild zu sehen war. Jeder kämpfte mit sich alleine und dem Wetter, sowohl A- Als auc B-Fahrer.

 

Der Anstieg hoch zur Schäferalm wollte einfach nicht Enden. Ich fühlte mich pudelwohl, wenn es so richtig weh tut, fühl ich mich erst richtig gut ;-).

Da merkt man, daß man noch am Leben ist. Es ging allen gleich. jammern hörte ich Niemanden in der Gruppe, mit der ich von der Roßalm kam. Alle pushten sich! Die Abfahrt von der Schäferalm wurde in einem Bachbett welches bis zu den Knöcheln mit Regenwasser voll war, befahren ;-) Was für eine Rutschpartie! 

Als wir unten ankamen, machten wir uns auf den Weg in Richtung Ziel! Es wurde im Windschatten gefahren, da es über eine Asphaltstrasse ging. Im strömenden Regen erreichten wir das Ziel erschöpft aber glücklich.   __________________________________________________________

2 Tage sind seid dem vergangen und ich muss feststellen, daß es nichts Schöneres gibt, als seine Grenzen auszuloten. Das erhabene Gefühl im Ziel zu sein „Es geschafft zu haben“ „nicht aufgegeben zu haben“ ist unbeschreiblich. Ich werde leider nie in den Genuss kommen, zu wissen wie es ist, solch ein Rennen zu gewinnen, aber mittlerweile will ich das auch gar nicht mehr. Die Fahrer die bei solch einem Rennen 2-4 Stunden nach dem Sieger ins Ziel kommen, abgekämpft, müde, erschöpft sind für mich die wahren Helden, den sie werden auch beim nächsten Mal wieder am Start stehen, wohl wissend, daß es wieder Weh tun wird. Aber Sie fahren das Rennen für sich, um sich zu beweisen, was sie drauf haben. 

Ich ziehe meinen nichtvorhanden Hut vor „Diesen“ und bin stolz ebenfalls dazu zu gehören. 

In diesem Sinne bis zum nächsten Jahr.