Das wohl tiefste Mountainbikerennen der Welt!!!

Sondershausen den, 15.11.2008

Samstagfrüh 04:45 Uhr starte ich nach Schlotheim, hier ist ab 06:00 Uhr die Anmeldung zum wohl tiefsten MTB- Rennen der Welt geöffnet. Nach 1. Stunde und15 min erreichte ich mein Ziel, schnell angemeldet danach gut gefrühstückt und schon ging es im Konvoi nach Sondershausen. Hier befindet sich der älteste noch befahrene Kalischacht der Welt und als sich alle Mountainbiker, Helfer und Besucher  vor dem Förderkorb eingefunden hatten ging es in das Innere der Erde.

In einer Tiefe von 730 m unter 0 sammelten wir uns in einem großen Raum. Nach einer kurzen Fahrt von ca. 1,5 Kilometer hinter einem offenen Transporter konnten
wir noch Eindrücke über die Bodenverhältnisse und Gripp sammeln, bevor es dann endgültig zur Sache ging. Nach einer Einführungsrunde im Auto wurde nach Startnummer im zehn Sekundentakt gestartet und nach vier Runden a 5,2 Kilometer war es dann überstanden.

Nun könnte man ja denken, was denn das ist alles? Aber jeder der dieses Höllenrennen bestritten hat sieht das bestimmt mit anderen Augen. Auf Grund der kurzen Distanz geht es gleich richtig zur Sache und für entsprechende Höhenmeter ist auch gesorgt. Die Kurven sind nicht einsehbar, sehr glatt (wie vereist), dunkel nur der eigene Lichtkegel das heißt ständig hochkonzentriert. Und das ganze bei einer Temperatur von ca. 25-30°C in Salzstaub trockener Luft.

Drei, zwei, eins und los. Ich trete in die Pedale und mein Merida nimmt Fahrt auf. In einem stark abfallenden Schacht sind in kurzer Zeit an die fünfzig km/h erreicht. Weit vor mir blinzelt das Rücklicht von meinem Vorstarter, und ich trete rein was das Zeug hält. Doch Vorsicht, gleich  biegt der Stollen doch nach rechts ab, oder war es nach links. Das Rücklicht meines Vorreiters verschwindet und es sah nach rechts aus. Ich trete noch mal richtig rein und bin der Meinung, dass ich schon ein Stück zu ihm aufgeholt hab`. So, und jetzt bremsen. Das Bike wird unruhig und das Hinterrad fängt ein wenig an zu rutschen, doch beim einbiegen merke ich das alles im grünen Bereich ist. Das Gefälle wird noch steiler und ich bin bereits wieder kräftig am treten, denn die nächste leichte Biegung geht voll. An meinen Vorstarter bin ich bereits relativ dicht dran und der Untergrund wird zunehmend sandiger als sich die Linkskurve andeutet. Mein Vordermann nimmt die Kurve von weit außen, ich bin nun an sein Hinterrad und ziehe bei der nächsten Gelegenheit vorbei. Es folgten noch einige 90° Kurven in denen sich das Scheinwerferlicht auf dem Boden spiegelte. Hier ging ich sehr vorsichtig ans Werk denn einen Sturz wollte ich auf keinen Fall riskieren.

Nun erreichte ich den Uphill mit 20% Steigung, ich kann nur sagen ein Höllenberg die Beine wurden immer weicher da hieß es echt „Beißen". Kurze Zeit später war die erste Runde geschafft, ich denke das ich in den Runden 2.,3., und 4. schneller geworden bin. Mein Ziel war es eine Zeit von etwa 1Stunde15 min zu fahren, 5. Minuten haben an diesem Vorhaben gefehlt.

Ronald Schmidt