20. Possenlauf Sondershausen 

Heute, 20.03.10 stand wie bereits in den letzten 2 Jahren der Possenlauf als erster ernsthafter Wettkampf des Jahres auf dem Programm. Nachdem es vor 2 Jahren grottig schlecht (war allerdings auch durch ein Sturzverletzung gehandikapt) und letztes Jahr richtig gut lief, fuhr ich (Wolfgang Kölsch) mit etwas bangem Gefühl nach SDH.

Was macht die Form? Der Winter war lang und eisig, ich habe zu wenig Freiluftkilometer in den Beinen, außerdem habe ich fast nur Grundlage trainiert, das kann eigentlich nur ein Debakel werden. Meiner Überlegung im Vorfeld, die Mittelstrecke zu wählen und es dafür etwas ruhiger anzugehen, machte das Wetter ein Stich durch die Rechnung: es war zwar warm, aber das Terrain war nass und schlammig, das muss ich mir keine 2 Runden antun; ergo doch wieder Kurzstrecke.

Am Start habe ich es bewusst wieder ruhig angehen lassen, allerdings war ich nicht ganz am Ende des Feld, sondern nur im 2. Drittel. Auf den ersten paar Kilometern lief es rund, Ronald war schnell eingeholt und dann fuhren wir fast die komplette erste Hälfte der Strecke gemeinsam. Erst als es richtig steil wurde, machte sich der Gewichtsunterschied doch bemerkbar. Für ihn war der weiche Untergrund Gift, aber auch ich fühle mich darauf nicht wohl. Vor allem auf der Nordseite des Brocken waren die Verhältnisse doch grenzwertig. Teilweise noch Eis und Schnee, an den getauten Stellen tiefer Matsch und gerade dort sind eigentlich die steilsten Passagen. Jedenfalls knallte der Puls hoch und ging auch nicht wieder runter; da merkte ich eben schon, dass ich diesen Winter noch zu wenig intensive Einheiten hatte. Auch konnte man es bergab nicht rollen lassen, sondern musste stets auf der Hut sein.

Nach Ronald fuhr ich noch eine Zeit lang mit einer 4er Gruppe zusammen, diese fuhren mir dann in der Abfahrt leider weg und ich konnte danach die Lücke nicht mehr schließen. Da auch von hinten nichts mehr kam, habe ich die letzten 2-3 Kilometer das Tempo etwas raus genommen. Daraufhin kam doch noch einer, aber den hielt ich auf etwa 100 Meter Distanz, das reichte. Nach 1:19 rollte ich völlig verdreckt in Ziel und war erst mal ziemlich platt. Ronald kam 2,5 Minuten später, btw. fast derselbe Abstand wie 2008. Bei mir war es am Ende der 4. Platz in der Altersklasse, das war mehr als ich bei meinem Trainingsstand erwartet hatte.

Wolfgang Kölsch