Rennsteig Marathonlauf 22.05.2011

 

 
*Norman Knirsch**Gesamt-Platz:**583**Nettozeit:**04:04:46*
Marathon- diesmal ohne Rad

- zu Fuß und auch über Stock u. Stein, ein Teil Strasse- wie beim MTB- Marathon. Das ist der Rennsteiglauf. Infiziert wurde ich letztes Jahr, als wir den Halbmarathon liefen.
Die Strecke für 2011 stand damals schon im Ziel fest- die 43 km.

Wieder einmal eine Herausforderung mehr. Meine Laufpartnerin, Melitta, wollte sich nicht überzeugen lassen. Sie sagte: das halten meine Knie nicht durch. Alles nicht so schlimm, das ist nur eine Frage der Vorbereitung, vorausgesetzt, man ist nicht schon vorgeschädigt, dann ist so eine Belastung nicht sinnvoll. Der Körper muss langsam an die Strecke herangeführt werden. Das geschieht meisst, mit einem 12- Wochen- Trainingsplan. Diese Zeit sollte jeder mindestens einplanen, um sicher anzukommen.
Natürlich kann auch etwas passieren. Es können Krämpfe auftreten, z.B. durch Flüssigkeitsdefizit, umknicken und sich dabei verletzen oder wie manchmal, eine nicht so gute Tagesform haben. Das merkt man schon am Anfang und sagt: kann nur besser werden.
Die 12 Wochen Training sind so gestaltet, das jeden 2. Tag ein Lauf ansteht, mit unterschiedlicher Intensität. Einmal in der Woche fällt dann auch der Ruhetag aus.
Da bist du manchmal ganz schön im Arsch und fluchst: hoffentlich ist es bald vorbei.
Es ging schnell vorbei und der Tag X, näherte sich, wie im Flug. Nach einem kurzen Gespräch mit Lauffreunden, wurde eine Fahrgemeinschaft gebildet.
Es ging schon einen Tag vorher, nach Neuhaus am Rennweg- der Akklimation wegen... Drei Sportfreunde kamen aus der Berliner Ecke, sie mussten sich erst an die etwas andere Rostwurst und das Bier gewöhnen.
Am Vorabend ist ja immer Party angesagt, die natürlich mitgenommen wird. Wir hatten eine Menge Spass, der Humor kam nicht zu kurz. Auf den Punkt gebracht- eine dufte Truppe. DJ Hans hielt mit seinen Einlagen aus der Volksmusikszene, die Stimmung hoch, da
darf natürlich das Rennsteiglied u. der Schneewalzer nicht fehlen.
Zu späterer Stunde spielte dann auch noch eine echt gute Liveband. Wer wissen will, wann der Abend zu Ende war, muss nächstes Jahr selbst mitkommen...
Am Morgen ging es dann relativ früh heraus, um nicht zu spät zu Frühstücken. Es sollten mindestens 2 Stunden zwischen Mahlzeit u. Start liegen, der um 9 Uhr erfolgte. Wieder mit Rennsteiglied, Schneewalzer u. sogar Hubschrauberbegleitung.
Los gings, unser Quartet setzte sich in Bewegung, zusammen mit 2800 anderen Läufern.
Thomasch, als Betreuer und gute Seele, ließen wir zurück. Er wollte uns erst in Masserberg wiedersehen, möglicht unter 1 Stunde u. 40 Min.
Jeder versuchte erst einmal, sein eigenes Tempo zu finden. Gar nicht so einfach, beim sofortigen Anstieg, im Ort, für ca. 2 km. Ein Blick auf den Drehzahlmesser sagte, langsamer, Puls herunter, sonst reicht´s hinten heraus nicht.
Die 43 km können sehr lang werden, wenn du sie nicht richtig angehst. Dies bestätigte sich mehr u. mehr, in ca. der Hälfte des Rennens. Viele Läufer gingen im Schritt, die Berge hinauf oder versuchten krampfhaft zu dehnen.
Auf jeden Fall war die erste Stunde nur überholen lassen angesagt, was ganz schön "depri" ist. War nicht ganz sicher, ob Matze oder Maik vor oder hinter mir seien. Mit Detlef war eigentlich nicht zu rechnen, da er sich am Anfang des Jahres, eine doppelte Unterschenkelfraktur zuzog. Hut ab, für die trotzdem gezeigte Leistung- das tat bestimmt weh...
Nach etwas mehr als einer Stunde, klopfte es bei mir. Matze u. Maik waren da und setzten zum überholen an. Jetzt schnell eine Entscheidung: mitgehen oder im grünen Bereich weiterlaufen. Mitgehen!!! Die Beiden liefen ein super- Tempo. Es machte richtig Spass im Trio (war meistens im Windschatten) durchzuziehen. Nun war für uns überholen angesagt. Das müsst Ihr Euch so vorstellen, als einst das US-Postal-Team, um Lance Armstrong, durch die Berge zog und alles platt fuhr. Wir liefen eine ganze Weile zusammen, bis die "Wolfsschlucht" begann. Hier trifft der Begriff "Trail- Running" wiklich zu. Ein Hohlweg mit Absätzen und ordentlich Wurzelwerk. Maik sagte: Norman- pass auf, das ist gefährlich. Aber gerade auf solchen Strecken bin ich zu Hause und kann Zeit gut machen, bzw. nicht so viel verlieren. Also Chance genutzt und es laufen lassen, natürlich nur dort, wo es ging, um Andere nicht zu bedrängen.
Der Plan funktionierte gut, die Beiden waren erst mal weg. Schade eigentlich, stellte sich später heraus, denn kurz hinter der Wolfsschlucht, machte die Thüringer Allgemeine Tages-zeitung Fotos, was mir den Platz auf der Titelseite bescherte. Das ist doch mal ein
Highlight, was vielleicht gar nicht, oder nur einmal im Leben passiert. Wurde sogar von Leuten angesprochen, die mich gar nicht als Läufer kennen. Das war ein tolles Gefühl.
Der Lauf war aber noch nicht zu Ende, Matze u. Maik saßen im Nacken. Es sollten noch ca. 1,5h bis ins Ziel sein, eine Zeit, wo man schon langsam das Tempo anziehen kann.
Aber die langen Anstiege kommem erst im letzten Drittel. Der Puls eigentlich viel zu hoch, probieren was geht, war angesagt.
Der einzige Vorteil für mich war, die Strecke ab Neustadt, zu kennen. Unzählige Male haben wir diese schon versucht, mit den Langlaufski, zu ebnen, was bisher nicht gelang...
Oben am Dreiherrenstein angekommem, kurzer Blick auf die Zeit- oh das wird eng.
Hatte ja auch noch damit geprahlt, die Sache nach 4h beendet zu haben. Sollte mein erster u. letzter Marathon werden (der Schinderei wegen).
Die "Altmeister" belächelten mich u. sagten: das hat beim ersten Mal, noch keiner von uns geschafft... Dazu sagt ich: wenn es nicht klappen sollte, stehen wir nächstes Jahr wieder zusammen in Neuhaus am Start. Ein Lachen ging über die Gesichter- alles klar.
Trotz einer ordentlichen "Wasserkühlung" von oben, wurden die 4h nur knapp verfehlt,
sodass 2012 wieder angetreten wird.
-vielleicht gar nicht so schlecht, zum 40. Jubiläum des Rennsteiglaufes. Die Veranstalter werden sich bestimmt noch mehr einfallen lassen (ausser der Erhöhung des Startgeldes).
Maik lief kurz hinter mir ins Ziel, danach kam Matze, der in Neustadt noch einen Vorgarten gedüngt hatte (das letzte Bier war doch schlecht). Etwas abgeschlagen, aber trotzdem, tolle Leistung, war Detlef auch in Schmiedefeld angekommen.
Da ich mich selten verspäte, wartete im Ziel eine nette junge Dame. Sie war schon lange, als Halbmarathoni da. Dieses Jahr, auch wieder mit anfänglichem Stau vorm Einstieg zum Rennsteig, mit einer respektvollen Zeit von 2,01h. Bisher waren die Argumente zum wechseln noch nicht überzeugend genug- ist ja wieder fast ein Jahr Zeit!
Ein herzliches Dankeschön auch an unseren Betreuer, Thomasch, der die ganzen Beutel vom Parkplatz heranschleppen musste und uns sicher nach Hause brachte.
Also, bis nächstes Jahr, in alter Frische.

Grüsse,
Norman