Erfolgreiches Wochenende in Italien 

Super Urlaub und Klasse – Leistungen beim Mountainbikerennen. Ich denke, wir sind alle gut und zufrieden vom 10 – Tage Urlaub am Gardasee wieder zu Hause angekommen. Keine Ahnung, wie oft wir schon dort waren, aber es ist immer wieder ein schönes Abenteuer. 

Am Rasthof Inntal trafen wir uns, also Anne, Ronald, Scholli und ich,  „rein zufällig“ am Montag 29.04. um Mitternacht beim Kauf der notwendigen Vignette für Österreich und beschlossen, ein kleines Lager aufzuschlagen und ein paar Stunden hier zu schlafen... Begrüßungsbier natürlich inbegriffen. Bei Sonnenaufgang starteten wir, so das wir zeitig auf dem Campingplatz in Torbole unsere Unterkunft aufbauen konnten und dann ging es auf nach dem 500 Meter höher gelegenen Dörfchen Pregasina um in unserer Berg - Stammkneipe ein kühles Bierchen zu trinken, ja das ist Lebensqualität!!!

Das Wetter entwickelte sich zu unseren Gunsten, und wir unternahmen ein paar schöne und rennvorbereitende Touren. Abends brannte der Grill oder wir gingen lecker Pizza essen. Astrid und Lars aus Wuppertal, auch langjährige Festivalteilnehmer und Kerstin und Robert, unsere Starfotografen aus Wernigerode verstärkten unsere Runde und wir hatten unseren Spaß. 

Doch der Ernst rückte näher und näher, aber wir als alte Hasen sahen dem Start zum MTB – Rennen noch relativ gelassen entgegen, waren wir doch ganz gut vorbereitet und vor allem hatten Anne, Ronald und ich neue Bikes, die wir nun testen konnten und dafür ist das Terain hier bestens geeignet. Scholli hatte auch Glück mit seinem Scott – Fully, denn auf der Messe ließ er sein Bike durchchecken und bekam einen neuen Dämpfer für kleines Geld. 

Und was auch interessant wird, ist die neue Streckenführung, deren Verlauf und Höhenmeter wir auf den Startunterlagen studierten und später erfuhren wir weitere Details von einigen Rennkollegen, die wir auf dem Festivalgelände trafen und die die Strecke bereits abgefahren waren. Es sollen steile Rampen und knackige Abfahrten mit Laub und Geröll auf uns warten, na klar, irgendwie müssen die Höhenmeter ja zusammenkommen und ein „Mädchenrennen“ wollen wir ja auch nicht.  

Am Tag vor dem Rennen ruhten wir uns aus und unternahmen einen Ausflug mit Lift hoch auf den Monte Baldo, wanderten zur Hütte und alles ganz in Ruhe, der einzige der an diesem Tag etwas leisten mußte war Ronalds BMW, der uns über die extrem schmale und kurvige und natürlich auch steile Straße nach Prada brachte, wo sich die Liftstation befindet. Gegen Abend war wohl schon jeder in Gedanken beim Rennen und traf die letzten Vorbereitungen, denn um halb sechs sollte die Nacht zu Ende sein. Wir gingen dann noch eine ordentliche Portion Nudeln essen und Ronald und ich brüteten danach noch über den Höhenprofilen, denn wir waren beide noch nicht sicher, ob wir Ronda Piccola: 44,8 km, 1523 hm, oder Ronda Grande: 75,7 km, 2822 hm fahren sollten. Die Streckenteilung war schon nach 15 km und man konnte dort noch entscheiden. Aber dann sagte ich mir ich lasse es morgen einfach auf mich zukommen und wenn ich mich nach dem ersten Anstieg gut fühle, fahr ich Grande. Bei Ronald hing ein Podestplatz von der Streckenwahl ab... was fährt die Konkurrenz?  

Um 22.00 Uhr gab es in Riva zum 20. Bikefestival ein großes Feuerwerk, dann war Nachtruhe.  

Am Rennmorgen lief alles gut, wir frühstückten in Ruhe und machten uns dann auf den Weg und standen rechtzeitig am Start, trafen noch einige Bekannte und reihten uns in die Startblöcke ein und endlich stand ich auch mal vorn im Startblock B zusammen mit Ronald, das war eine gute Voraussetzung, um am Olivenhain, einer Streckenverengung und Beginn der Steigung, gut durchzukommen was für uns auch diesmal funktionierte. Nach dem Start und 5 km Straße begann ich dort einen ruhigen Tritt aufzunehmen, denn jetzt ging es erstmal 10 km bergauf und während unten noch heftig palabert wurde, verstummten immer mehr die Gespräche und das Fahrerfeld zog sich lang auseinander. Ich behielt mein Tempo und fühlte mich so, als ob ich es mit der Ronda Grande aufnehmen könnte. Ronald war in meiner Nähe, aber entschieden hatte sich bis dahin wohl noch keiner von uns beiden, bis zur Streckenteilung auf 850 m Höhe war es ja auch noch ca. eine Stunde. Für Anne und Scholli ging es ein bischen später los im Startblock F und sie nahmen beide die Ronda Piccola unter die Stollen.  

Meinen Garmin hatte ich auf Höhenanzeige eingestellt, so konnte ich mich besser nach den Streckenpunkten orientieren und die Straße wurde immer steiler, kurz vor der Streckenteilung kam Scholli an mir vorbeigekurberlt – Wahnsinn!  

Und dann war ich auch schon am Punkt der Entscheidung, aber mir ging es gut und ich bog zielgerichtet nach links auf die Grande ab. Nach weiteren 120 hm folgte die erste lange Abfahrt, die wie erwartet nicht einfach war aber Spaß gemacht hat, denn mein neues Rocky  mit 2 x 150 mm Federweg brachte mich gut runter und der Blick als man unten ins Tal hineinrollte war einfach herrlich und nun wußte ich, daß ich die richtige Strecke gewählt hatte. Nach ein paar km Speed lag der nächste Anstieg unerbittlich vor uns und ich achtete vor allem auf meine Nahrungsaufnahme, denn es gab nur 3 Verpflegungspunkte auf der Strecke, die man auch nutzen sollte! Der Höhenmesser zählte also wieder aufwärts und die unter Spannung stehenden Schaltungen krachten, bis die richtige Übersetzung gefunden war... nämlich meist die kleinste. Die steilsten Rampen hatten  um die 30 % Steigung und hin und wieder mußte ich runter vom Rad, aber schiebend hatte man annähernd die gleiche Geschwindigkeit. Einige hatten schon Krämpfe und da kann der Wille noch so stark sein, man muß einfach zurückschalten oder eine Pause einlegen. Bei mir lief es weiterhin gut und ich orientierte mich auf km 60 kurz nach dem letzen Verpflegungspunkt, bis dahin hieß es Kräfte einteilen und nach dem 1050 m hoch gelegenen kleinen Ort San Giovanni al Monte liefen alle 3 Runden zusammen und für Piccola und Grande ging es nur noch bergab, also Vollgas und Höhenmeter verbrennen! Irgendwann kam der steile Abzweig für die Extrema–Fahrer, die sich  noch einmal bergauf kämpfen mußten und mit Bedauern sah ich noch 2 Kollegen abbiegen aber zum Glück konnte ich vorbei rauschen und erkannte auch die alte Strecke wieder auf der wir uns jetzt befanden mit der ziemlich steilen, steinigen Abfahrt, die dann in eine Schotterpiste mit einigen Kehren überging. Hier lagen oder hingen ein paar verschlissene Schläuche herum, die von Durchschlägern auf die Felge zeugten... das muß schon frustrierend sein, auf den letzten paar Kilometern noch Panne zu fahren. Ich trat weiter in die Pedale, hatte 2 Italiener vor mir und versuchte mich dranzuhängen, was mir auch gelang und bald waren wir unten und hatten nur noch Asphaltstraßen und -radwege unter den Rädern und erhöhten weiter das Tempo doch bald mußte ich abreißen lassen, denn ich hatte keine Kraft mehr und seit einiger Zeit Hunger, aber keine Zeit zum Essen. Bald ist es geschafft und in Riva fuhr ich was die Beine hergaben und nach 5Std 55 erreichte ich die Ziellinie und ich war froh die Ronda Grande geschafft zu haben. Robert stand geduldig im Zielbereich mit dem Finger am Auslöser, um von jedem ein Zielfoto zu schießen... sicher auch ein Marathon für ihn. Ich sah gleich unsere Leute... Anne, 

Scholli, Lars waren schon im Ziel, aber ich sah Ronald nicht, also fuhr er auch Ronda Grande und hatte damit auch die richtige Entscheidung getroffen, denn er durfte als 2. auf dem Treppchen stehen!!! Kurze Zeit  nach mir rollte er ins Ziel und so waren alle gesund wieder da! Lars, der noch nicht für unser Team fährt, belegte Platz 4 auf der Extrema: Klasse Leistung!

 

Bald war Siegerehrung und Ronald nahm seinen Pokal in Empfang, na da haben wir doch wieder was zu feiern! Das schöne Wetter schlug plötzlich um, doch wir kamen noch trocken nach Hause und dachten daran, wenn wir das Rennen im Regen hätten fahren müssen. Wir hatten wirklich Glück und noch einen gemütlichen Abend.  

Die folgenden Tage genossen wir noch unseren Urlaub mit schönen Touren und geselligen Abenden. Hoffentlich nächstes Jahr wieder!

Gruß Ingo