Materialschlacht im Grenzbereich!!!

Sehr spontan entschied ich mich Ingo Dettenbach zu einem der schönsten und beliebtesten Mountainbikerennen Deutschlands zu begleiten. Die tolle Landschaft und Stimmung dort lockte über 1600 Teilnehmer auf 40, 70 oder 100 Km an (800hm auf 28 Km Runden + 12Km Einführungsstrecke). Ronald war auch gemeldet, konnte aber wegen Knieproblemen nicht starten. Für Ingo standen 70 Km an und für mich nach langem hin und her die 40 Km.

Am Nachmittag des Vortages waren wir da und bekamen noch ein Zimmer 5 Km vor Seiffen. Dann gleich auf Streckenbesichtigung um eine steile Abfahrt anzuschauen und die beste Technik runter zu finden.

 

Kurz danach schauten wir noch dem „Alp de Wettin" Uphillsprint zu, die Stimmung war klasse und wurde ununterbrochen von 2 Moderatoren angefeuert. Diesen Anstieg sollten wir morgen auch bezwingen. Der Tag ging mit Nudeln, Bier und netten Gesprächen zu Ende. Die Aufregung hielt sich glücklicherweise in Grenzen, was für die Vorbereitung von Vorteil war.                                                                                                               Gut gelaunt und ausgeschlafen ging es, nach einem super Frühstück, gegen halb 8 Richtung Seiffen. Gestartet wurde hier wie jedes Jahr der eigenen Leistung entsprechend in Startblöcken, von vorne: Elite, Race, I, II & III. Durch vorlage der Ergebnisse vom Harzcup kam ich in den Raceblock. Ingo wurde auf einer Ergebnissliste aus Riva gefunden und kam noch in den II-ten Block. Beim Warmfahren war es ein richtiges Getummel von Bikern, und wie so oft kamen einem manche Gesichter bekannt vor. Eine halbe Stunde vor Start reihte ich mich hinter den NRT-Jungs ein, nur 15m hinter dem Führungsfahrzeug. Nach endlosem warten ging es los. Erst langsam (im dichten Gedrängel braucht man Platz), dann schneller auf einer Straße. Ich hab mich wie bei der Tour de France gefühlt, nur die Reifen waren lauter. Dann Alp de Wettin hoch und das Rennen war eröffnet!

In langer Reihe bei hohem Tempo die Felder hoch und Abfahrten runter. Verbremst, das Hinterrad hob ab, aber irgendwie schaffte ich die Kurve. Gruppenbildung, absetzen von denen hinter uns. 12 Mann im dynamischen Verausgaben-Erholen Modus. Kleine Fehler wurden schnell bestraft: Stürze, Kettenklemmer, Pannen. Ich blieb von allem knapp verschont. Ein super Gefühl in der Highlight-Abfahrt mit den ganzen Zuschauern! Im zweiten Drittel startete in kleiner Fahrer eine Attacke am Berg. Ich hinterher, aber die gewonnen 10m hielten nur wenige Minuten. Gegen Ende leicht abgehängt (auf flacher Straße), am Alp de Wettin kurz vorm Ziel aber wieder viele eingeholt. Der Kampf um Platz 9 ging dann wenige Augenblicke vor mir an Gerald K. Top 10 geschafft von 565 mit 1h-31min-03sec nur 5min-23sec hinter Sieger Marko Schätzing. Ich fühlte mich immer noch fit und hätte auch die 70 Km passabelgeschafft, mach ich dann nächstes Jahr.

Ingo hatte es härter „getroffen": ein Steinschlag zertrümmerte ihm das große Kettenblatt am Anfang der 2. Runde. Er fuhr sogar zum Serviceteam zurück, um das mittlere Blatt wieder fahrbar zu machen und fuhr das Rennen so zu Ende! Kurze Zeit später fing es an aus allen Wolken zu schütten – wir stellten uns ins Festzelt und erwarteten noch die Einfahrt von Frank und Moni. Als dann die Welt doch nicht untergegangen war gings zurück zum Auto und sehr stolz mit dem EBM T-Shirt „Leidenschaft" an zurück in die Heimat.

 

Link zum Video: http://vimeo.com/72250177   (2 mal zu sehen)

 

mit sportlichen Grüßen Tobi