Die Strecke:

Weniger Schlamm, weniger Asphalt, extrem steile Anstiege und den schönsten Trails und Downhills der Region Dachstein-Hallstatt – so wurde die Strecke 2005 angekündigt.Exakt 100,7 Kilometer und 3.617 Höhenmeter hat die neue UCI - Weltcupstrecke mit Startund Ziel in Bad Goisern, die zum Großteil entlang der Trasse der Marathon WM 2004 verlief... ... ..

Diese Strecke wurde auch von den Teilnehmern der TROPHY befahren, nachdem die Profis eine Stunde vorher, um 09:00 Uhr gestartet waren. Die wesentlichen Änderungen waren dieAbfahrt in das Ortszentrum von Altaussee und der anschließende Anstieg zum AusseerSalzbergwerk. Die Ewige Wand und die Runde im Weißenbachtal wurden am Ende des Rennes in Angriff genommen. Dadurch war die Schlammabfahrt unterhalb der Rathluck´nHütte entfallen.

Neu war dafür eine schwierige Abfahrt entlang der Jochwand nach 90 km derStrecke. Für die meisten Teilnehmern war diese Abfahrt jedoch nicht fahrbar und absolut gefährlich. Am Traunuferweg ging es dann von Weißenbach über den Ortsteil Görb ins Zielam Marktplatz in Bad Goisern.

Starter des Teams:

Daniel und Ando 

Die Trophy:
Unsere Anreise fand zum fünften Mal am Donnerstag vor dem Rennen statt, so blieb uns noch ein Tag zur Erholung, denn mit knapp 800 km Entfernung liegt Bad Goisern ca. 9Fahrstunden von Köln entfernt. Im Gasthof „Moserwirt“ wenige Gehminuten vom Start- undZielgelände entfernt hatten wir rechtzeitig Zimmer bzw. Ferienwohnungen gebucht, denn
Erholung sollte auch sein. Bereits am Tag vor dem Rennen machte sich die tolle Organisation bemerkbar,Startnummernausgabe, Chipausgabe und ‚Streckenvorstellung klappten tadellos. Das Wetterberuhigte sich, nach anfänglichem Regen der Vortage allmählich, so dass abends noch Zeit
für eine kleine Radrunde zum Einrollen für Daniel und Ando blieb. Dieses Jahr nahmen wir nicht die Extremdistanz von 200 km sondern die „normale“ Marathondistanz in Angriff. Unsblieb der frühe Start um fünf Uhr erspart und wir konnten noch ganz entspannt frühstückenund uns warmfahren.

Der Start erfolgte aufgrund der großen Anzahl der Teilnehmer in 2
Startblöcken. Wir hatten uns im 2. Block aufgestellt und durften 10 Minuten nach dem ersten Startblock auf den 100 km-Kurs starten.Unser Ziel war es, eine Fahrzeit um die 6 Stunden zu schaffen und vor allem viel Spaß aufdem Rundkurs zu finden. Der Wettergott spielte diesmal super mit und es herrschten optimale Bedingungen, Sonne, um die 20 Grad und gute Streckenbedingungen.Warmfahren war für die bevorstehende Strecke besonders wichtig, denn gleich nach demOrtsausgang ging es in den ersten 3 km langen Anstieg nach Herndl hinauf.

Hier wurde bereits von vielen Fahrern ein sehr hohes Anfangstempo gefahren und viele waren rechtnervös und legten einen Blitzstart hin. Wir gingen das Tempo trotz sehr hoher Pulswerte mit´,starteten ebenfalls wie vom Blitz getroffen und versuchten und uns in der anschließenden Abfahrt wieder etwas „abzukühlen“ und das Herzrasen zu beruhigen.

Nach ca. 30 Minuten hatten wir dann unseren Rhythmus gefunden und wir fuhren bis dahingemeinsam. Daniel verlor in einer Abfahrt den Kontakt zu Ando.

So übernahm jeder für sich selbst die Verantwortung und sein Risiko auf der teilweise bereits bekannten Strecke. Die Runde war fast identisch mit der des Vorjahres und wir profitierten zu einem von derStreckenkenntnis und zum anderen von dem Wissen, „Dieses Jahr brauchen wir nur einmal
die Runde fahren“
. Die Extremdistanz des Vorjahres war doch nichts für eine jährliche Wiederholung unsererseits.

Just in time kurbelten wir bei herrlichem Wetter und einer Superaussicht über Altaussee, BadIschl bis in die Ewige Wand. Die Downhillpassagen erschienen uns bis Laufen schwieriger als im Vorjahr, was bei Ando daran lag, dass bei seiner Federgabel die Zugstufe völlig offen war und die Federung nicht richtig arbeitete, dies stellte sich aber erst nach dem Zieleinlaufheraus. Bis dahin wunderte er sich noch, wieso denn so viele Fahrer spielend durch die Abfahrten peitschten, während ihm die Finger schmerzten.

Auch die Vorderradbremse wollte (bedingt durch Temperaturschwankungen?) ihre Dienstverweigern und Ando musste den Downhill nach Bad Ischl fast ausschließlich mit der Hinterradbremse bewältigen, ein weitere Sicherheitsfaktor, der in der Abfahrt fehlte. Wie vonGeisterhand war das Problem in der nächsten Abfahrt verschwunden und die Magura warwieder topfit.


Im letzten Anstieg von Lauffen über die Chorinsky-Klause zu Hochmuth wurden noch einmal die letzten Reserven und der Red Bull aus der Flasche aktiviert, um die Fahrzeit von 6Stunden zu realisieren. Die Entfernung zum Ziel wurde von den Organisatoren in regelmäßigen Abstand angezeigt, was die mentale Streckenbewältigung sehr erleichterte.
Leider blieb Daniel vom Defektteufel nicht verschont. Ca. 30 Km vor dem Ziel löste sich die Schuplatte und ab diesem Moment hat der Schuhe im Pedal das Kommando über seine Beine übernommen. Seine Sorge galt jetzt: Wie kommt man den Downhill runter, wenn der Schuh im Pedal
festhängt ???? Die frage wurde rasch beantwortet: Mit einem Knall war Schuh zwar los, aber
das Cleat hing im Pedal fest und somit war die Rutschpartie eröffnet. Rutschend und Eiernd macht man sich auf den Weg den Schlussanstieg zu bewältigen.Allein der letzte, unfahrbare Downhill in der Jochwand sorgte dafür, dass die geplante Endzeit von 6 Stunden um knappe 2 Minuten überboten wurden. Bei Daniel wurden es knappe 26 Minuten.

Diese Laufpassage passte irgendwie nicht zum Gesamteindruck der Strecke. Bei einer Trainingsausfahrt oder am Anfang des Rennens für Einzelstarter sicher fahrbar und einesupertechnische Herausforderung aber nach 90 km für Hobbysportler unnötig und gefährlich.

Wir entschieden uns, wie die meisten Fahrer abzusteigen, um keinen unnötigen Sturz und Verletzungen zu riskieren.Die letzten 5 km ging es dann entlang der Traun ins Ziel, dabei hatte sich bei Ando in der Laufpassage eine Schuhplatte mit einem Stein so zugesetzt, dass eine Einklicken in die Pedale nicht mehr möglich war und er mehr mit dem rechten Oberschenkel Druck machenmusste, da der linke Schuh keinen Halt mehr auf dem Pedal fand.

Der Streckenverlauf bis ins Ziel war auf den letzten Kilometern moderat flach und ohne technische Herausforderungen, was durch die eineinhalbbeinige Fahrweise ohne Probleme zu bewältigen war.

Das Publikum begrüßte uns bei prachtvollem Sonnenschein mit tosendem Applaus wieSieger und die Endverpflegungsstation sorgte dafür, dass die verloren gegangene Energie und Flüssigkeit sehr schnell wieder aufgefüllt werden konnten. Bad Goisern ist wie immer eine (wenn auch kurze) Reise wert, denn es war wieder eine tolleVeranstaltung für die Teilnehmer(innen) und Begleiter(innen), die viele bleibende Eindrücke hinterlassen hat.