Rennbericht zum Heavy 24h Moutainbike Race in Chemnitz 9. - 10.6.2007

Und die Premiere ist den Chemnitzern mit dem Hauptorganisator Frank Buschbeck wirklich gelungen. 450 Fahrer stellten sich dieser Herausforderung...

 ...ist so ein 24h-Rennen doch schon ein Höhepunkt in der Saison für jeden aktiven Moutainbiker! 7,4 km lang war die Strecke mit 110 hm – hört sich erstmal nicht besonders spektakulär an, aber wenn man sie Runde für Runde fährt, sie studiert und immer wieder versucht, an der Fahrtechnik zu feilen, um die schwierigsten Passagen noch besser zu meistern, ständig die Zeit und die Mitstreiter im Nacken, verlangt sie den Bikern viel Können und Ausdauer ab.

 

Geplant war es schon lange, dass unser Team dort teilnehmen wird, die genaue Besetzung jedoch stand erst kurz vorher fest: Ronald als Initiator, bei dem eigentlich kaum ein Wochenende vergeht, ohne ein Rennen zu bestreiten, Andreas als Gastfahrer – stellt aber in Kürze einen Aufnahmeantrag, Anne und Ingo. Nicht zu vergessen unseren Teambegleiter Peter, der sich super um uns kümmerte, uns verpflegte, uns motivierte, einfach immer da war! Kurz entschlossen kam auch Michael mit, der sich als Einzelstarter anmeldete – eine harte Nuß, aber da kennt er nichts!

 

Freitag Nachmittag versuchten wir so schnell es nur ging dem Alltagsstress zu entfliehen – alle hatten den Grillabend mit Sonnenuntergang am Campingplatz Stausee Oberrabenstein vor Augen: Also die Stimmung war gut, die Ankunft um 21.00 Uhr noch gut im Zeitlimit und wir saßen gemütlich und entspannt auf unserem Grillplatz, den wir eigentlich im Handumdrehen hergerichtet hatten zwischen unseren beiden Wohnwagen unter einem Pavillon. Dem Rennen sahen wir relativ entspannt entgegen, machten uns beim kühlen Bier ein paar Gedanken zur Strategie – wer fährt wann und insgeheim rechneten wir uns doch gute Erfolgschancen aus – das sollte auch nicht so abwägig sein, denn 4er Team mixed waren nur 7 am Start. Na mal sehen!

 

Am Morgen frühstückten wir in Ruhe und trafen dann unsere Vorbereitungen einschl. Streckenbesichtigung, denn Zeit hatten wir genug und warteten eigentlich nur noch auf den Start. Gestartet wurde in 2 Etappen im Abstand von 10 min, es dauerte nicht lange und das Fahrerfeld verteilte sich gleichmäßig auf die ganze Runde. Der Waldboden war ziemlich ausgetrocknet und die Strecke schnell und staubig, die Sonne brannte und die Tempetaturen lagen um die 30°C. Wir wechselten alle 2 Runden und gingen es relativ zügig an. Die ersten Auswertungen wurden angezeigt – wir lagen gut im Rennen fast gleich auf mit Team 410 und Team 447, aber es war auch wichtig, die Kräfte gut einzuteilen und nicht übermütig zu werden, denn der Teil des Rennens, der die höchste Kraft und Konzentration erforderte, lag unmittelbar vor uns – die Nacht! Und es fing an spannend zu werden. Wir entschieden uns nun weniger zu wechseln, um für jeden Fahrer eine längere Ruhephase zu erreichen.

 

Michael drehte bis dahin ohne größere Pause seine Runden, doch nun war auch er erstmal erschöpft und im Dunkeln ist es doppelt so schwer, also gönnte er sich erstmal eine längere, wohlverdiente Pause! 

Gegen 1.00 Uhr wurde es ruhig, die Musik und die Gespräche verstummten, nur einige Zurufe aus der Wechselzone waren zu hören. Auf der Strecke schien es leerer zu werden, der Kampf gegen die Müdigkeit begann und die langen Anstiege kosteten immer mehr Kraft, doch die Singletrails ließen sich nach wie vor schnell fahren und die kühle Nachtluft munterte kurzzeitig auf. Vom aktuellen Zwischenstand erfuhren wir immer seltener, bis Peter sich an der Zeitschranke postierte und recherchierte: wir waren auf Platz 5 zurückgefallen!

Von nun an wich sie den Jungs von der Zeitmessung nicht mehr von der Seite und informierte uns ständig über unsere Rundenzeiten und die der unmittelbaren Konkurrenz. Wir lagen noch ziemlich dicht beieinander – also kämpfen!

 

Gegen halb 4 fing es an in der Ferne zu blitzen und zu donnern – aber weit weg, keine Sorge, dachten wir.

Dann ging Ingo wieder für 4 Runden auf die Strecke, steckte sich aber vorsichtshalber doch die Regenjacke ein. Auf einmal schien das Renngelände von Gewittern umzingelt zu sein und der Regen ließ nicht mehr lange auf sich warten, und war so heftig, dass sich innerhalb von Minuten die Waldwege und Singeltrails in Flüsse verwandelten, doch das konnte ihn nicht aufhalten: Regenjacke über und weiter ging’s. Trotz der Wassermassen ließ sich die Strecke erstaunlich gut fahren und die Luft war frisch und ohne Staub, aber es waren nur noch wenige Fahrer zu sehen, einige gaben sogar ganz auf. Jetzt durchziehen und kämpfen, denn gegen Morgen lagen wir auf Platz 2 und diese Position galt es zu halten. Wir gaben nochmal richtig Gas, obwohl die Strecke langsam wieder trocknete, aber wie Knetmasse war, wir wechselten nun sooft es nötig war, um den Vorsprung zu halten – konnten ihn sogar noch ausbauen und fuhren nach 66 harten Runden ( 488 km ) zufrieden durchs Ziel. 

Auch Michael legte sich zum Schluß nochmal richtig ins Zeug und erreichte 27 Runden ( 200 km ) unter diesen Bedingungen wirklich eine top – Leistung!

 

Zur Siegerehrung auf dem Podest zu stehen war ein Super – Gefühl und alle Strapatzen waren vergessen. Also es hat Spaß gemacht und wir haben uns vorgenommen, nächstes Jahr mit dem gesamten Team dort teilzunehmen.