„ Heavy 24 hours" - die Zweite! 

Vertrautes Terrain, vertraute Leute - wir freuten uns schon lange auf das Chemnitzer 24 - Stunden Rennen, hatten ja auch schließlich unseren 2. Platz vom letzten Jahr zu verteidigen - keine leichte Aufgabe, denn diesmal waren 14 Teams in unserer Kategorie, also doppelt so viele 4er Mixed als voriges Jahr am Start. Doch wir stellten uns der Herausforderung, klar!

DaRonald und Andreas nicht starten konnten, kam Norman und Marko als Neueinsteiger mit.

Für Norman als erfahrenen Biker kein Problem, aber Marko bestritt hier sein erstes MTB - Rennen und dann gleich 24 - Stunden , wir waren gespannt, wussten aber vom Großglockner - Bergrennen, dass er ein zäher Kerl ist und nicht so leicht aufgibt, trauten ihm eine solche Strapaze zu. Also bestand das Team aus Anne, Marko, Norman u. Ingo als Fahrer und Peter und Ronald als Betreuer. Wir traten hier auf, wie ein Profiteam!

Freitag Abend rückten wir hier aus drei Himmelsrichtungen ( Wernigerode, Sömmerda, Uder ) in Chemnitz an und bauten unser Fahrerlager auf und darin haben wir schon soviel Übung, dass innerhalb von Minuten die Wohnwagen + Pavillon standen, der Grill brannte und die Bügelverschlüsse der Bierflaschen knallten - die Rennvorbereitung konnte beginnen, Prost!

Während wir unsere Energiespeicher mit leckeren Grillteilchen füllten, erklärte uns Ausbilder Ronald Schmidt die alt bewährte Rennstrategie „ Nicht denken, sondern immer nur Treten" auf's Neue, ließ aber glücklicherweise konstruktionsspezifische Details, z.B. warum das Rad denn nun rund ist und nicht eckig diesmal weg oder kam nicht so weit, denn es war ein lustiger Abend, wo dann wohl jeder die kleinen Alltagsprobleme hinter sich ließ und wusste, dass morgen  hier eine echte Herausforderung auf uns wartete.

Es wurde dunkel, die Musik von der Bühne verhallte - Nachtruhe!

Der Samstag Morgen wurde in Ruhe begonnen, es blieb genügend Zeit zu Frühstücken, die Räder vorzubereiten, die Strecken einmal abzufahren: Es gab im Gegensatz zum letzten Jahr einige kleine Änderungen im Streckenverlauf und der Wechselzone, die den Charakter der Strecke aber keinesfalls verändert haben: Lange allmähliche Anstiege am Anfang der Runde mit 2 kurzen Senken und einer Schlammpassage, dann Singletrail zum kurzen Ausruhen der Beine, aber volle Konzentration, kurze Schotterabfahrt mit anschl. kurzen und steilen Anstieg, dann schnelle, gerade Waldpiste und noch mal Schlammpassage mit Wurzeln, die aber ziemlich schnell und mit Sprüngen über die Wurzeln gefahren werden konnte. Die dann folgende Schikane in Form einer Buckelpiste wird wohl jedem gut in Erinnerung bleiben, und das letzte Stück mit steilem Wurzeltrail erforderte noch einmal hohe Konzentration, machte aber auch Spaß und nach einem kurzen Stück am See vorbei kam man wieder in die Wechselzone. Die Strecke war vom Regen der letzten Tage aufgeweicht, aber nun schien die Sonne und wir hofften, von Regenschauern während des Rennens verschont zu bleiben.

Den Start über nahm Ingo, wurde abgelöst von Norman, dann Marko und Anne. Wir wechselten jede Runde, um so schnelle Rundenzeiten zu erzielen und versuchten es so beizubehalten. Die ersten Ergebnislisten wurden gedruckt und wir lagen ziemlich weit vorn.

Ronald und Peter verfolgten genau die Rundenzeiten und Anzahl, informierten uns Fahrer über unsere Start- und Pausenzeiten und begleiteten uns bei jeder Runde in die Wechselzone, so dass wir uns nur auf das Fahren konzentrieren mussten - eine super Betreuung!!!

Andreas, der ja zu einer Feier eingeladen war, bedauerte offensichtlich, dass er nicht dabei war, denn er erkundigte sich während des gesamten Rennens nach uns und ließ sich von Ronald die Fakten durchgeben.

Die Nacht brach herein und wir spulten unsere Runden ab ohne Zwischenfälle, Runde für Runde, Wechsel für Wechsel und es schien kein Ende zu nehmen, aber wir kennen ja diese schwierige Phase des Rennens, doch für Marko stellten sich so einige Fragen über Sinn oder Unsinn dieser Aktion und eine ganz besonders: Was mache ich hier eigentlich?

Doch er hielt durch und gegen Morgen kamen neue Ergebnislisten: Wir lagen auf Platz 3!

Die Motivation stieg schlagartig an und wir fuhren Rundenzeiten wie zu Beginn des Rennens, jetzt galt es durchzuhalten, obwohl die Oberschenkel schmerzten. Die letzten Runden wurden gefahren wir kämpften und behaupteten unsere Position, spektakuläre Aktionen spielten sich in der Wechselzone ab um Sekunden herauszuholen. Marko kam nach seiner letzten Runde kaum zum  Stehen, bremste so stark, dass er eine Rolle vorwärts machte und völlig erschöpft auf dem Boden lag - er lieferte hier wirklich eine super Leistung ab, Prima! Anne fuhr dann die letzte Runde und unseren 3. Platz nach Hause, ein Ergebnis, womit wir bei der starken Konkurrenz nicht mehr gerechnet hatten. Es hat wirklich alles sehr gut geklappt: keine Pannen, super Teambetreuung und sogar das Wetter hielt sich und es blieb trocken bis zum Ende des Rennens. Wir freuten uns auf die Siegerehrung und standen mit einem breiten Grinsen auf der Bühne - ein gutes Gefühl, hatte sich doch die Anstrengung gelohnt!

Wir saßen dann noch zusammen, stärkten uns und ruhten uns aus, bevor wir die Heimreise antraten. Nächstes Jahr wollen wir auf jeden Fall wieder dabei sein!

 

Gruß Ingo