Harz Racing Challenge 2008

Nach langer Marathon-Pause wegen Rennradfahrens sollte heute der Wiedereinstieg in die MTB Saison erfolgen. Ausgeschaut war der Marathon in Neustadt / Harz, der mit 980 hm auf 25 km ein ordentliches Profil versprach. Außer mir war auch noch Andreas vor Ort sowie gute 100 weitere Starter. Die Besonderheit der Neustädter Strecke besteht darin, dass es sich nicht um einen klassischen Marathon mit Massenstart sondern quasi um ein Einzelzeitfahren handelt.

Das hat gute Gründe, wie ich unterwegs feststellen sollte.
Ich entschied mich wie Andreas für die Kurzstrecke und war einer der Letzten, der von der Rampe rollte. Nach 1-2 gemütlichen Kilometern auf Asphalt ging es ab ins Gelände und von da an kräftig bergauf. Der Puls rauschte gleich hoch auf 160-170 und da blieb er fast das ganze Rennen. Am Ende hatte ich einen Pulsdurchschnitt von 159, das dürfte der höchste für dieses Jahr sein. Die Strecke war sehr anspruchsvoll und das nicht nur wegen der deftigen Steigungspassagen.
Nein, Holm, der Streckenbauer, hatte besonderen Wert auf Trailpassagen gelegt. Fast die Hälfte der Strecke war kaum breiter als einen halben Meter. Gerade die Bergabpassagen waren sehr knifflig zu fahren, so dass man sich auch auf diesen nicht wirklich erholen konnte, sondern dort hohe Konzentration angesagt war.
Nach dem Überqueren des höchsten Punktes hat es mich dann auch auf der Abfahrt erwischt. Auf einer steilen Bergabstelle verlor ich die Kontrolle und wählte (halbfreiwillig) die Textilbremse, indem ich mich seitlich in den Hang hineinlegte. Abgesehen von ein paar minimalen Schürfwunden ist aber nichts passiert. Andere haben sich ganz anders "lang gemacht" wie ich unterwegs beobachten konnte. Einer musste sogar sein Rad auf der Schulter tragen, da es nicht mehr fahrbar war.
Aufgrund der hohen technischen Anforderungen durch kam man kaum zum Trinken. Erst auf einer kurzen Asphaltpassage, etwa 5 km vorm Ziel, konnte man mal wieder ein wenig nachtanken.
Nach ein paar kernigen Wellen sowie einer steilen Abfahrt mit kleinem Sprung war das Ziel erreicht.
Andreas belegte mit 1:30 h Fahrzeit einen ausgezeichneten 4. Rang. Ich landete mit 1:41 h auf Rang 12 von 25 Startern im meiner Altersklasse, womit ich zwar nicht 100%ig zufrieden bin (hatte auf Top10 gehofft), was aber doch ein recht ordentlicher Wiedereinstieg ist.

Freue mich jedenfalls auf den Neuseen Marathon in Zwenkau, der mir vom Profil entgegen kommen dürfte.

Wolfgang Kölsch