„Mein schnellster MTB Marathon"

Zum zweiten Mal in Folge nahm ich am Neuseen MTB Marathon südlich von Leipzig teil. Die Strecke war dieses Jahr etwas verändert. Eine Abfahrt und ein Anstieg kurz nach der Autobahnbrücke fehlte ebenso wie die flache Inlineskaterstrecke kurz vorm Ziel.

Zum Ausgleich hatten sie einen fiesen Stich hoch zum neuen Zwenkauer Hafen eingebaut, die dortige Abfahrt verlängert und die Rundenzahl für die Mittelstrecke von 3 auf 4 erhöht.
Von der Charakteristik hatte sich allerdings wenig geändert: eine Tempobolzerstrecke ohne Gleichen, viele waren mit besseren "Glatzen" unterwegs, manche -so auch Ronald- sogar auf Crossrädern. Als ich mich beim Start umsah, hatte ich den Eindruck, dass meine teilweise abgefahrenen Speed King noch einer der Reifen mit dem meisten Profil war ;-)
Der Start verlief gut, ich kam schnell weg, die erste Runde war aber dennoch eher enttäuschend. Obwohl der Puls bis an den Anschlag ging, kam ich nicht so richtig auf Touren, Ich musste einige Gruppen ziehen lassen, bei denen ich mich eigentlich einhängen wollte. Woran es lag, weiß ich nicht. Da habe ich jedenfalls sehr viele Plätze verloren.
Erst gegen Ende der ersten Runde hatte ich halbwegs meinen Rhythmus gefunden; ab da lief es dann aber recht gut bis ins Ziel. Ein Specialized Fahrer mit Alb Extrem Trikot wurde meine Begleiter und dies für lange Zeit. Es war auf den Flachstücken etwas schneller, ich an den kurzen Bergaufpassagen. Das gegenseitige Windschattenfahren funktionierte leidlich. Wenn es richtig Gegenwind gab, hat er sich gern mal versteckt. Dennoch kamen wir voran und holten Ende der zweiten Runde / Anfang der dritten Runde zwei weitere Fahrer ein, sodass wir als Vierer Konvoi unterwegs waren.
Beim dritten Anstieg zum Cap Zwenkau entschloss ich mich zum Angriff. An der Zeitkontrolle oben war nur noch einer an mir dran, einer der beiden Eingeholten, auch ein Specialized Fahrer in einem grünen Vereinstrikot. Mein erster Begleiter blieb zwar in Sichtweite, kam aber nie mehr an mich ran.
Der neue Begleiter wollte mich dann Anfangs der vierten Runde auf dem Flachstück am See "platt" fahren und zog das Tempo an. Ich hatte mich inzwischen ganz gut akklimatisiert und blieb im Windschatten dran. An der letzten längeren Bergauf strecke drehte ich den Spieß um und stellte zu meiner Freude rasch fest, dass er das Tempo nicht mehr mitgehen konnte. So fuhr ich die letzten Kilometer alleine in Richtung Ziel. Allerdings merkte auch ich die Bolzerei. Es zwickte in der linken Wade und ich wusste, dass ein Krampf nicht mehr allzu weit weg ist. Zum Glück waren die letzten km flach.
Kurz vor dem Ziel holte ich -obwohl ich etwas langsamer fuhr- noch völlig überraschend zwei andere ein, die mit Tempo 10-15 km/h Richtung Ziel schlichen. Denen waren komplett die Lichter ausgegangen. Die schauten nicht mal rüber, als ich vorbei fuhr. Nach 2:35 war ich dann im Ziel der 60 km Strecke und hatte wieder einen Mittelfeldplatz belegt (Platz 17. von 31). Meine Durchschnittsgeschwindigkeit war für meine Verhältnisse infernalisch (fast 24 km/h), so schnell war ich noch nie bei einem MTB Marathon.
Interessant ist auch, dass meine Rundenzeiten sehr gleichmäßig waren. Zwischen der schnellsten 2. und der langsamsten 4. Runde lag gerade mal eine Differenz von einer guten Minute.
Ronald, der auch dabei war, hatte leider Pech. Er musste wegen eines Durchschlags aufgeben und konnte somit nicht finishen.


viele Grüße
Wolfgang Kölsch