"Syncros Marathonman" Europas größte Marathon Serie

Rennen 1. Sympatex Bike Festival Riva del Garda 30.04.2011

Vorbericht:

Am 20. April 2011 „flohen" Anja und ich in den sonnigen
Süden (Italien). Ein bisschen Entspannung und Fun nach drei anstrengenden Arbeitsmonaten ist ja nicht schlecht. Die Vorfreude darauf war jedenfalls schon im Januar spürbar.Doch alles kam anders........!

Es begann schon bei der Anreise, nein früher, beim packen. Hatte unser Verpflegungspaket für Italien im Kühlschrank vergessen. Einkaufen also kurz nach Start in Nordhausen. Dann Vollsperrung der A9 bei Schleiz und Umleitung auf die nächste Autobahnauffahrt . Was für ein Chaos am Freitag Abend und wir hatten 2 Stunden Zeit verloren.

Am nächsten Tag erreichten wir dann Torbole am Gardasee. Das Wetter war Top und unsere beiden Zeltplatzwächter auf dem Campingplatz ein Flop. Reserviert hatten wir schon im Februar, es war alles perfekt. Reserviert heißt in Italien noch lange nicht, dass du auch Anspruch auf Platz hast. Klartext : Zeltplatz rappelvoll, Menschenmassen ohne Ende am gesamten See und wir standen da und waren eigentlich KO von unserer langen Fahrt. Auch drei weitere Plätze waren ausgebucht. In Arco war noch ein Platz am Waschhäuschen frei. Wir schlugen überglücklich zu.

SO UND JETZT VERMASSELT UNS NIEMAND MEHR UNSEREN URLAUB! Haha....

Am Freitag sind wir dann mit dem PKW zum Idrosee gefahren, die Bikes im Kofferraum. Laut Karte ein Umrundung ca. 30 km. Ich hatte schon gesehen, dass etwa 2km Wanderweg dabei waren. Die Räder ausgeladen und guter Dinge machten wir uns auf den Weg. Am frühen Nachmittag erreichten wir das Ende der Straße, ein guter Weg schloss sich an. Allerdings wurde aus diesem Weg ein Klettersteig also Abbruch und zurück. Nach einem kurzen Gespräch mit Anja hatten wir beschlossen, dass ich vorausfahre. Na gut dann mal Vollgas zum Auto. Allerdings endete meine Fahrt abrupt!!! In einem kurzen Tunnel, der in einer Linkskurve endete, überholte mich ein Transporter. Das Fahrzeug zog viel zufrüh wieder nach rechts und drückte mich gegen die Felswand.

Die Folgen: Platzwunde über dem Auge, genäht, Schürf und Schnittwunden rechter Arm und rechtes Bein, rechter Ringfinger schief und Prellungen satt.

Das Verursacherfahrzeug fuhr natürlich weiter. Der Rettungsdienst wurde informiert und nun ging es ab nach Cavardo ins Krankenhaus. Die Geschichte bis zu meiner Entlassung erspare ich mir obwohl da auch viel passiert ist. Entlassung gegen 20:00 Uhr, Entfernung zum Campingplatz ca. 100km. Kein Geld, keine Telefonverbindung zu Anja und wie ich wieder aussah!!!

Ja da stand ich nun und überlegte, wie komme ich hier nur weg. Ich wusste, Astrid und Lars, gute Freunde aus Wuppertal, wollten anreisen. Fix angerufen und alles war klar, wir holen Dich. So war ich dann gegen Mitternacht wieder auf dem Campingplatz.

Danke Astrid, danke Lars! Trotz eures stressigen Tagesablaufs habt ihr mir geholfen wie selbstverständlich. Ich bin stolz auf euchund warte nur auf eine Gelegenheit, um mich zu revanchieren.

Ich hatte schon überlegt, eine Woche bis zum Rennen, reicht die Genesungszeit? Ich legte fest, es muss reichen. Am Bike waren auch so einige Teile defekt. Also bei Fa. Gunkel, unserem Sponsor, angerufen und die entsprechenden Ersatzteile bestellt. Ich will nur kurz erwähnen, dass ich schnell mal nach Hause gefahren bin. Check beim Arzt, gleich die Fäden raus und gut. Die Ersatzeile abgeholt und zurück nach Torbole. In der Zwischenzeit sind wir ja von Arco nach Torbole gezogen.

Das Rennen:

Nach langer Trockenheit begann es am Vorabend zuregnen. Auf Grund meiner Streckenkenntnis, wusste ich das einige Passagen gefährlich glatt werden können. Samstag 05:30 Uhr summte der Wecker. Startzeit von Block A um 07:45 Uhr. So hatte ich genügend Zeit mich vorzubereiten. Gut gefrühstückt und mit neuen Verbänden ging es dann bald nach Riva. Die altbekannten Gesichter waren wie immer dabei.

Ich war ja dieses mal als Einzelkämpfer unterwegens. Die Startblöcke füllten sich schnell und so dauerte es auch nicht lange und die Post ging ab. Wie immer gleich mit vollem Druck Richtung Arco. Ich merkte die Schmerzen schon, hielt mich ein wenig zurück und wollte mein Ding machen. Der lange Anstieg zum San Giovanni hat es schon in sich. Na ich bin da ganz gut hoch und irgendwie vergisst man die Schmerzen.

In den Abfahrten wird man dann aber richtig schön durchgeschüttelt und auf den Steinen war es aalglatt. Die Sanitäter hatten alle Hände voll zu tun. Ich glaube, viele Fahrer waren damit überfordert. Ohne ein großes Risiko einzugehen, habe ich diesen Streckenabschnitt passiert. Einen Sturz wollte ich unbedingt vermeiden, aber einige andere Fahrer glauben wirklich, daß sie die Besten sind. Es war dann eigentlich so, daß diese Herren hart einschlugen und auch noch einige Unbeteiligte mitrissen.

Hinter der Burg von Arco wurde es noch einmal sehr kritisch, denn nun hieß es für 300 Meter absteigen. Danach war alles easy und im Tal dann ging es schnellstens Richtung Riva. Glücklich gewesen, im Ziel zu sein. Eine Weltumrundung hätte wohl auch nicht anstrengender sein können. P wie Platt war ich.

Bin erstaunt, das ich auch noch 12 min schneller als im Vorjahr war. Danach ist der Ronald zum Wohnwagen, dort duschen und die nächsten Stunden ja nicht bewegen!

 

Das war wohl mein härtestes und auch schwerstes Race. 

Bis bald und Gruß Ronald