Rennbericht Bike on Fire 2011

Seit einer Woche wieder zurück und ich glaub, ich hab immer noch Muskelkater, bin aber froh endlich mal bei der WM in Maxhütte dabei gewesen zu sein, da ich die letzten beiden Male leider verhindert war. Schön war auch, daß wir ( Norman und ich) frühzeitig, nämlich schon am Freitag Nachmittag anreisen konnten, um in Ruhe alles vorzubereiten. Und wir hatten dadurch keinen Stress mit dem Platz im Fahrerlager, denn es war freie Platzwahl - und das heißt: „ Wer zuerst kommt..."  Schade war, daß Britta und Brendan abgesagt hatten und so mußten wir aus dem geplanten 4er Mix - Team ein 2er Männerteam machen. Das war für mich völlig neu! Ok, versuchen was geht!

Das Renngelände um das stillgelegte Stahlwerk „ Maxhütte „  gefiehl mir sehr gut und meine Erwartungen wurden voll erfüllt, dazu noch schönes Sommerwetter und Musik rund um die Uhr. Stillgelegt stimmt nicht ganz, denn heute werden hier immer noch im Rohrwerk „ Neue Maxhütte „ Stahlrohre hergestellt. Die Stahlerzeugung wurde 2002 eingestellt, aber  es sollen zumindest Teile des Stahwerkes als Industriedenkmal erhalten bleiben und als Eventgelände ist es auf jeden Fall attraktiv.

Für Anne und Scholli ging es bald los, denn sie hatten sich für das 4 - Stunden Rennen am Freitag Abend angemeldet. Währen des Rennens machte ich mich auf, mir die Strecke von „außen" schon einmal anzusehen und auch um Fotos zu machen und auch für unsere beiden Erststarter da zu sein... aber Ronald hatte im Fahrerlager alles gut im Griff  und die beiden drehten ihre Runden... und bei mir kribbelte es schon beim Zuschauen und ich freute mich auf den morgigen Tag. Obwohl ich noch nie ein 24 - Std. Rennen im 2er Team gefahren bin und es eigentlich auch nie wollte, machte ich mir wenig Sorgen irgendwelche Ziele nicht zu erreichen, sondern freute mich einfach auf das Rennen und den abwechslungsreichen und abenteuerlichen Kurs. Schließlich kennen Norman und ich uns schon lange genug, um unser Leistungsvermögen einzuschätzen.

Anne und Scholli fuhren ein souveränes Rennen, hielten ein gutes Tempo bis zum Schluß und erzielten super Ergebnisse: Anne Platz 4, Scholli Platz 7.

Am nächsten Tag rollten Ronald und ich zum Start, der am Marktplatz in Sulzbach - Rosenberg stattfand. Die 3 Startblocks wurden an  verschiedenen Stellen auf den Rundkurs geleitet, sodaß alle Fahrer  gut verteilt waren. Für mich im 3. Startblock begann es nach einer kurzen Fahrt durch die Stadt zum Industriegelände auf der Crossstrecke, ein kurven- und hügelreicher Abschnitt mit viel Fahrspaß und mit vielen Zuschauern - Klasse! Danach 2 kurze steile Abfahrten... Vorsicht! Bevor wir dann durch die Fahrerlager und wieder in Richtung Stahlwerk fuhren, kam noch ein schöner Trail durch den Wald  mit viel Tempo und vielen Wurzeln, auch nach mehreren Runden in der Ideallinie noch ausbaufähig... dann wieder im Stahlwerk, erst parallel zu den Bahngleisen und dann quer darüber hinweg, anfangs, wenn die Kraft noch reichlich ist kein Problem, aber später... Vorder- und Hinterrad stehen gleichzeitig vor einer Stahlschiene... manchmal ein echtes Hindernis! Aber wieder schön war die anschließende Fahrt durch ein großes Stahlrohr von ca. 6 - 7 Meter Länge und einem Durchmesser von 1,5 Metern, dann weiter am Fahrerlager vorbei durch die Zeitmessung und Wechselzone... hier war auch immer ziemlich viel los, Zuschauer und Musik gaben uns Fahrern immer wieder neuen Antrieb. Es folgte eine lange Fahrt durch das Werksgelände, die uns mal durch Hallen und alte Produktionsstätten führte, jedoch meistens durchs freie Gelände mit ein paar kurzen steilen Anstiegen. Tagsüber hatten wir mit den Lichtverhältnissen zu kämpfen, denn draußen war greller Sonnenschein und die meisten fuhren mit getönten Brillengläsern. Fuhr man aber in irgendwelchen Räumen oder Gängen im Inneren Werksgelände, war das manchmal wie ein Blindflug bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Es war wirklich eine sehr abwechslungsreiche Runde und mit ihren 110 hm auf 7,3 km Länge auch verdammt kräftezehrend, nicht nur beim Erklimmen der Anstiege, sondern auch bei bestimmten Abschnitten wie der Crossstrecke... da mußte man einfach Gas geben, um Fahrspaß zu haben.

Norman und ich gingen es ruhig an und wechselten uns anfangs alle 2 Stunden ab, das waren je 6 Runden. Nachts hatte ich mir vorgenommen, 4 Stunden hintereinander zu fahren, um auch dann eine größere Pause zu haben, denn bis dahin fühlte ich mich gut, aber ich mußte gegen halb 2 abbrechen und Norman übernahm dann, bis es wieder hell wurde und hat mir so die größere Ruhepause ermöglicht. Morgens war ich dann wieder fit und wir fuhren wieder im 2 - Stundenrhythmus.  Wir lagen gut im Mittelfeld, landeten zum Schluß mit 63 Runden auf Platz 18 und von 34 Teams ist das für uns ganz ok und es waren 460 km! Unterwegs trafen wir Ronald ab und zu, der allein seine Runden drehte.    Hut ab für seine 320 km trotz Sturz...

Wie immer findet aber ein manchmal endlos erscheinendes 24- Std. Rennen ein viel zu schnelles Ende und es geht gleich nach Schluß und Siegerehrung ans Abräumen und Abbauen der riesigen Fahrerlager in kürzester Zeit, und ab nach Hause!

Gruß Ingo