Exsikkose - was ist das denn?

 

 Wirklich krass war meine Trainingseinheit vom letzten Samstag. Die Trainingsepisode ist schnell erzählt:

 

Ich bereite mich zu Hause auf mein Rennradtraining vor und gehe alle üblichen Punkte durch:

Wetter: heiß, knapp 30 Grad und die Sonne brennt

check=>okay

Rennrad

check =>okay

Ersatzschlauch, Reifenheber, Luftpumpe

check =>okay

2 große Trinkflaschen gefüllt

check =>okay

Handy

check =>okay

Rundenzeitplanung sah 2,5 Stunden vor: Doppelcheck (Freigabe durch Ehefrau erhalten = Doppelcheck)

 check +  check =>okay

 

Ich düse gegen 11:00 Uhr los, der Planet drückt schon heftig, eine andere Zeit war einfach nicht machbar.

Nach 20 Minuten ging der erste gewohnte Griff zur Trinkflasche und ich fühlte plötzlich, dass meine Hand sprechen konnte, das hörte sich sehr hektisch und ungefähr so an:„Die Trinkflaschenhalter sind leer, es sind keine Flaschen da, ich greife ins Leere!"

 

Ich nehme also meine Augen zu Hilfe und sehe mir die Sache genau an, denn das Hände sprechen können, ist schon ungewöhnlich, aber gucken auch noch? Also lasse ich meinen Blick vom Asphalt abschweifen und werfe mit Brille einen längeranhaltenden Blick zu den tatsächlich nichtvorhanden Flaschen.

 

Eindeutige Feststellung: Beide Trinkflaschenhalter sind leer - die Flaschen stehen zu Hause. (Ging's Euch auch schon mal so?) 


Also musste eine Entscheidung her: Umdrehen? Nein; die letzten 70 km schaffe ich auch ohne Trinken. In diesem Anflug von Wahnsinn war ich noch gut hydriert und ich beschloss ohne Stopp die Runde zu beenden und einen Feldversuch zu starten, wie lange ich ohne Flüssigkeitszufuhr auf dem Rad bleiben kann. Ich rollte mit einem zunehmenden Fata Morgana Gefühl, das durchaus auch gegen Ende rauschähnlich war, dehydriert an den letzten Anstieg von 2 km. An dem Anstieg war dann klar, dass mein Zustand eindeutig die Folge einer mit Demenz kombinierten mangelhaften Flüssigkeitsaufnahme bei hohem Durstempfinden war.

 

„Alter Falter!" dachte ich „Wenig Wasser im Körper ist echt Scheiße zum Radfahren!" Sorry, ich konnte nicht mehr klar denken und meine Wahrnehmung verschwamm wie der Bitumen auf der Straße. Ich weiß jedenfalls nur, das ich irgendwie den Berg hochgekrochen bin, dann nur noch eine Abfahrt, ohne Treten, einfach nur Rollen und den Wind spüren, der Mund ist zu, denn ich kann schon nicht mehr schlucken.

 

Nach 2:40 h  war ich wieder zu Hause: Kehle trocken, Körper ausgelaugt, Sprechen nicht mehr möglich und da standen Sie, die 2 vollen Flaschen mit purem Wasser, welch Hohn, auch noch mitten in der Sonne.

Ihr könnt Euch vorstellen, das nur ein Gedanke mein Handeln beeinflusste: „Trinken!"

Also erster Schritt Trinken! „...sonst kolabier ich noch. Aaahhhh!"  - so was haste noch nicht gesehen, wie mir das geschmeckt hat. Habe dann den restlichen Tag gebraucht, um den Wasserhaushalt zu stabilisieren

Die Moral von der Geschicht? „Vergesst nur Eure Trinkflaschen nicht.

 

Der Ando