2. Eichsfeldquerung 11.10.2009

Ähem Hüstel; Die Blitz-Idee ist vom Bergarbeiter - ich stand nur zufällig in der Gegend rum

Nach der Stunde am Bollerofen war's recht feucht-kühl so im Hemdchen auf dem Scharfenstein.
Aber alles der Reihe nach...
Die erste Überraschung der Tour war, daß ich auf dem Bahnhof in Leinefelde stehend, plötzlich
 Teddy mit seinem Bergfahrrad auf mich zurollen sah.
Er hatte sich 7.50 Uhr entschieden, mitzukommen.

Dann tauchte noch Kasebi auf und wir stiegen in den Zug, welcher schon mit den Zwewwellewwerworschtbikern sowie Christian und seinem väterlichen Kumpel aus Nordhausen bestückt war.
Noch in der Bahn zwischen Heiligenstadt und Eichenberg fing es an zu tröpfeln, na sowas, damit hatten wir gar nicht gerechnet...
Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt oder wie Ronni sich ausdrückte: "Ich will die volle Dröhnung!"
Als im hessischen Startort dann tatsächlich 14 "Bekloppte" in ihren Regen-Klamotten waren, konnte es losgehen. Bornhagen und Burg Hanstein erreichten wir locker, es nieselte kaum.
Zur Teufelskanzel hinüber wurde dann klar, daß Wurzeltrails in nassem Zustand doch schwieriger zu fahren sind.
Das Aussichtslokal war noch genauso geschlossen wie die Aussicht selber, man konnte durch die Wolkenschwaden hindurch höchstens kurzzeitig ein Stückchen Werraschlinge in der Tiefe sehen.
Die nebelfeuchte Jahreszeit hat schon ihre ganz eigenen reizvollen Grautöne:

Die Abfahrt nach Gerbershausen wurde durch eine Wandergruppe gebremst.
Nicht mal bei diesem Mistwetter hat man den Spass im Wald für sich allein.
Weiter ging es über Berg und Tal, Röhrig, Lenterode, Lutter - wie immer im Eichsfeld - höhenmetersammelnd.
Dafür leider ohne die sonst üblichen schönen Aussichten, aber mit zunehmendem Regen. Oben im Heiligenstädter Stadtwald waren alle gut eingeweicht, oder wie Ronnie sich ausdrückte: "Mehr, mehr, ich will mehr Regen"

Der Ottostieg hatte es heute in sich.
Was muss man den auch volley nehmen?

Im nassen Zustand an einigen Stellen mit "oh oh oh knapp gutgegangen" durchgekommen...
Zur Belohnung und Beratschlagung zogen wir kurz bei Maik auf dem Hinterhof ein.
Seine Frau hatte nicht viel zu sagen, dafür aber leckeren Kuchen, Kaffee und ... Holunderlikör!
Ja ja im Regen fährt sichs nicht schwer, hat man Maik und Holunderlikör!

Wir waren quasi gut durchfeuchtet und zeitlich auch recht spät dran.
Daher hieß es: Bis zum Scharfenstein, dann sehen wir weiter.
Diesmal nicht den Eselssteig, sondern das Dachstal (?) hoch, und später die L2020 überquerend rüber zum Steinbruch Geisleden.
Hier kurze Erläuterungen durch einen Sprengmeister, wie klein dieses Miniloch doch sei, egal, die 50 Meter graubraunen Matsch auf dem Weg hatten wir nun lecker am Rahmen.
Dies wurde nur noch getoppt durch die kurze Abfahrt Richtung Waldkante.
Bäche von Regenwasser schossen hochgerissen durch Vorder- und Hinterrad auf uns ein.
So feucht wie wir waren, aber wir waren nicht feucht genug für die Mädel-Wandertruppe (jenseits der 50), welche uns am liebsten in die Steinhagener Kapelle gezogen hätte. Die hatten schon ein paar Holunder mehr gezwitschert.
Zum Glück kam dann doch bald die Burg Scharfenstein.
In der Bollerofen-befeuerten Bude am Kiosk konnten wir uns schön breit machen, etwas antrocknen, durchwärmen, essen und trinken.
Es war wirklich sehr angenehm - eine Art "Almatmosphäre" - inklusive Wärmestrahler in rot :

Irgendwann nach diversen Kaffee, Weißbieren, Schnitzeln und Pommes war es dann doch soweit und wir haben auf das Tourende angestoßen.

Dann hatte Thomas noch die schöne Idee mit dem Foto, welches die ewig währende Freundschaft der mitteldeutschen Mountainbikegruppen Ost-West-Express, Zwewwellewwerworschtbiker und Auebiker besiegelt:

Und die Truppenteile trollten sich in verschiedene Richtungen.
Der OWE machte wohl ein Mannschaftszeitfahren auf dem Leineradweg nach Heiligenstadt.
Der Rest watete durch den Schlamm Richtung Beuren hinunter, weil die Warnung der Kiosk-Wirtin von mir in den Wind geschlagen wurde.

Was mal ein schöner Karrenweg nebst begleitender heavy-downtrail-Directissima war, ist nun ein kurzundkleingebaggertes Schlammbad.
Egal, irgendwie kamen wir runter und über Beinrode noch zu einem glitschigen Trail auf dem Richteberg.
Mit der Maßgabe einer nicht zu verpassenden Zugabfahrt wurde die Stadt Leinefelde auf Schleichwegen durchquert.
Die Bahn war zwar leider schneller, aber das tat der immer noch guten Stimmung keinen Abbruch.
Trotz der dem Regen geschuldeten nur halbfertigen Querung haben wir eine schöne Tour zusammen erlebt.
Die Erinnerungen werden sicher fester haften als bei mancher Blauer-Himmel-mitdreiSonnen-Geschichte
Ich habe mich sehr gefreut, daß die Gruppen auch unter schwierigsten Bedingungen in der Lage sind, so harmonisch zusammen dem schönsten Hobby unter der Sonne (äh Regenwolke) frohnen (frönen?) zu können.


P.S. Teddy und ich hatten Leinefelde kaum hinter uns gelassen, da kam die Treulose doch noch aus den Wolken raus - wie zum Hohn - :

P.S. (2) Danke/Entschuldigung an Marco, den wir versetzt haben (ging nicht anders) und der in Rüdigershagen 2 Kilo Pfannkuchen selber essen musste.

Quelle: Andreas Kraska (Ohmtroll) > Team Auebiker <